Golf von Biscaya

Über mehr als Tausend Kilometer schwingt sich der Golf von Biskaya von Nordwest-Frankreich bis nach Westspanien. Die Spanier nennen diese ausladende Atlantikbucht mit ihren vielfältigen Stränden „Golfo de Vizcaya“ oder „Mar Cantábrico“ (Kantabrische See).

Karte der Biscaya:

Während die südfranzösischen Küstenabschnitte vor allem für ihre Dünenlandschaften und Pinienwälder berühmt sind, dominieren in Spanien grüne Küsten vor teilweise rauen, zerklüfteten Gebirgszügen. Hier kann man also ein frisches Spanien besuchen, das sich völlig anders präsentiert als die sonnendurchglühten und sommertrockenen Landschaften des Südens.

Die spanischen Küstenabschnitte

Wer nur den spanischen Abschnitt des Golfes von Biskaya entdecken will, sollte der Küstenstraße A-8 folgen. Sie verläuft von Irun im Baskenland westwärts bis etwa zur Ortschaft Vilalba in Galicien. Nacheinander durchquert der Autourlauber dabei auf sehr gut ausgebauten Strecken die Küstengebiete Costa Vasca, Costa de Cantabria, Costa Verde, Rías Altas und Rías Baixas. Die beiden letztgenannten Küsten erinnern mit ihren tief eingeschnittenen „versunkenen“ Tälern an norwegische Fjorde. Die gesamte Route verläuft im Großen und Ganzen parallel zu dem berühmten Jacobsweg.

Für einen maritimen Spanienurlaub mit Flug und Mietwagen sollte mit dem Flugzeug möglichst im Baskenland (Flughäfen Bilbao oder San Sebastian) oder in der südlich angrenzenden Region Navarra (Flughafen Pamplona) landen. Der Golf von Biskaya wird vorwiegend von Linienmaschinen angeflogen wird.

Wissenswertes über den Golf

Das Seegebiet ist teilweise mehr als 5000 Meter tief und ist bei Seefahrern und Seglern berüchtigt für seine starken Stürme. Die Hauptströmung, die sich Uhrzeigersinn dreht, wird vom atlantischen Golfstrom verursacht. Durch „die Biskaya“ ziehen (vor allem ab dem Herbst) zahlreiche atlantische Tiefdruckgebiete, die auf dem Meer heftige Winde erzeugen und dem Land ungewöhnlich hohe Niederschläge bringen. Die besondere Form der Küsten verursacht zudem einen gefährlichen Wellengang.

Wichtige Häfen befinden sich in Bilbao, Santander, Gijón und A Coruña. Der bedeutendste Badeort ist dagegen Donostia im Baskenland. In dieser Stadt, die unter ihrem spanischen Namen San Sebastián bekannt ist, gab es bereits im 19. Jahrhundert einen regen Badebetrieb.

Der Golf von Biskaya in Frankreich

In der französischen Landessprache wird die riesige Bucht als „Golfe de Gascogne“ bezeichnet. Sie beginnt im Norden etwa bei der bretonischen Stadt Lorient und erstreckt sich südwärts vorbei an Nantes (Loire-Mündung), La Rochelle und Bordeaux. Südlich von Bordeaux erwartet die Urlauber die berühmte Dünenlandschaft mit der Dune de Pilat, der über 110 Meter hohen, größten Wanderdüne Europas. Von dort sind es – vorbei an Bayonne und dem Badeort Biarritz – noch rund 200 Autokilometer bis nach Irun, wo die spanische Biskaya beginnt.